Die bekannteste Motorradroute nahe Bareyo ist die Senda del Salitre, rund 130 km Küste zwischen Laredo und San Vicente de la Barquera, die genau durch Ajo führt. Wer lieber Bergkurven fährt, findet in den Pässen Lunada und Estacas de Trueba, etwas mehr als eine Stunde entfernt, eine Rundstrecke von 170-190 km ab Liérganes.

Kantabrien bietet einen für Motorradfahrer eher ungewöhnlichen Vorteil: Auf sehr wenigen Kilometern geht es von Straßen direkt am Meer zu Gebirgspässen über 1.000 Metern. Bareyo liegt genau an dem Punkt, an dem diese Küste beginnt, was den Ort zu einer bequemen Basis macht – sowohl für alle, die sanfte Kurven mit Blick aufs Kantabrische Meer suchen, als auch für jene, die lieber Passasphalt fahren.

Moto de carretera aparcada junto a un mirador de la costa cántabra, día soleado

Wir stellen hier zwei sehr unterschiedliche Pläne vor: die Küstenroute, die buchstäblich vor der Haustür vorbeiführt, und einen Tagesausflug ins Landesinnere für alle, die etwas Anspruchsvolleres suchen. Beide lassen sich mit jedem Straßenmotorrad fahren, wobei die Passkurven einen etwas dynamischeren Fahrstil belohnen als das gemütliche Küstentempo. Wer weniger Motor und mehr Eigenleistung sucht, findet in unserem Guide zu Radrouten nahe Bareyo vier ähnliche Strecken mit dem Fahrrad.

Die Senda del Salitre durch Ajo und Bareyo

Die Senda del Salitre ist Kantabriens wichtigste Küstenroute: rund 130 km zwischen Laredo und San Vicente de la Barquera, gedacht für entspanntes, langsames Fahren im Slow-Riding-Stil. Der Abschnitt, der zählt, wenn man von Bareyo aus startet, ist der erste: Von Laredo aus verläuft die Route entlang der Mündung des Asón Richtung Santoña, führt unterhalb des Monte Buciero vorbei, durchquert Noja und erreicht Ajo, praktisch vor den Toren des Dorfes. Es ist ein Abschnitt mit offenen Kurven ohne große technische Anforderungen, bei dem die Landschaft – Marschland, Strände und der eine oder andere niedrige Klippenabschnitt – ebenso zählt wie die Straße selbst. Er lässt sich gut mit Custom-, Naked- oder sogar großvolumigen Rollern fahren, genau der Motorradtyp, der zu diesem ruhigen Tempo am besten passt. Weitere Informationen zur Gegend gibt es auf der Website von Turismo de Cantabria.

Pablo R. Bartol · unsplash

Von Santander nach Comillas: der Rest der Route

Wer die gesamte Senda del Salitre fahren möchte, kann nach Ajo weiter Richtung Santander fahren, die Costa Quebrada entlang und über Santillana del Mar bis nach Comillas weiterfahren. Das ist der abwechslungsreichste Teil der Strecke: schroffe Klippen, charmante Dörfer und, einmal in Comillas angekommen, der Capricho de Gaudí als krönender Abschluss, dessen mit Sonnenblumenkacheln geschmückte Fassade schon von Weitem zu erkennen ist. Rechnet man Fotostopps und ein paar Stadtabschnitte in Santander mit ein, dauert die komplette Strecke etwa vier Stunden – es ist aber sinnvoller, sie auf mehrere Ausfahrten zu verteilen, statt daraus ein Rennen gegen die Uhr zu machen.

Pablo R. Bartol · unsplash

Die Gebirgspässe: Lunada und Estacas de Trueba

Wer mehr auf Passkurven als auf Küste steht, findet eine klassische Rundstrecke, die in Liérganes startet, über den Puerto de la Lunada hinaufführt, nach Espinosa de los Monteros hinabfährt, über Estacas de Trueba wieder ansteigt und über Vega de Pas und Selaya zurück zum Ausgangspunkt führt. Insgesamt sind das zwischen 170 und 190 km und etwa fünf bis sechs Stunden, Pausen nicht mitgerechnet. Es handelt sich um Pässe über 1.000 Meter Höhe mit engen Kurven und generell gutem Asphalt, die sich in ihrem Charakter deutlich von der Küste unterscheiden: Hier zählt die Kurventechnik mehr als die Landschaft, wobei die Aussicht von den Höhen der Lunada ebenfalls nicht enttäuscht.

Carretera de montaña con curvas cerradas en un puerto cántabro, vistas amplias, sin tráfico

Was man wissen sollte

Die Küste lässt sich fast das ganze Jahr über genießen, die Gebirgspässe sollte man hingegen für die Zeit von Mai bis Oktober aufheben: Im Winter kommt es auf den höheren Abschnitten häufig zu Eis oder sogar Schnee. Vor der Fahrt ins Landesinnere aufzutanken ist eine gute Idee, denn zwischen den Pässen sind Tankstellen rar. Auf der Senda del Salitre sollte man in der Hochsaison auf die Ortsdurchfahrten von Laredo, Santoña und Santander achten: Verkehr und Fußgängerüberwege erfordern ein langsameres Tempo, als es die Landschaft nahelegt. Und wie bei jeder Nebenstraßenroute lohnt es sich, vor der Abfahrt die Vorhersage für Küstennebel zu prüfen, besonders am Morgen. Wer die Passrunde an einem einzigen Tag fahren will, sollte früh starten: Der Autoverkehr nimmt auf den engeren Abschnitten am späten Vormittag zu, und die Kurven lassen sich auf freier Straße einfach besser genießen.

In Kantabrien muss man sich nicht zwischen Meer und Bergen entscheiden: Manchmal reicht es, derselben Straße zu folgen, um beides an einem einzigen Tag zu erleben.

Ob Richtung Küste oder Richtung Pässe – Bareyo ist ein guter Start- und Zielpunkt: nah an der Senda del Salitre und etwas mehr als eine Stunde von den Gebirgspässen entfernt. Nach einer langen Motorradtour weiß man einen ruhigen Ort zum Anhalten besonders zu schätzen, und genau das bietet Bareyo Residences. Wer schon an den nächsten Motorradausflug denkt: Im September 2027 sind im Kalender noch Termine frei.