In Santander konzentriert sich die Tapas-Route auf vier Zonen: die Plaza de Cañadío, das Viertel El Arrabal, den Paseo de Pereda an der Bucht und Puertochico. Ein Pincho kostet im Schnitt zwischen 2 und 4 Euro, und üblich ist es, von Bar zu Bar zu ziehen, statt sich in einer einzigen niederzulassen.

Das Tapas-Angebot in Santander hat nicht den Ruf von San Sebastián, aber genau das macht es besser für einen entspannten Abend: kleine, sorgfältig zubereitete Portionen, deutlich niedrigere Preise und keine Warteschlangen wie an den bekannteren baskischen Theken. Der örtliche Brauch ist einfach: Man bestellt ein Bier oder ein Glas Wein, isst den Pincho stehend an der Theke und wechselt alle zwei oder drei Stopps die Bar. Niemand setzt sich von Anfang an mit der Speisekarte hin, die Route entsteht unterwegs, je nachdem, was man an jeder Theke sieht.

Calle del casco histórico de Santander de ambiente animado al anochecer, gente tapeando en la calle

Es gibt keine einzige Straße, in der sich alles konzentriert. Santander verteilt sein Angebot auf vier Zonen mit jeweils eigenem Charakter: die Plaza de Cañadío mit den klassischsten Bars der Stadt; das Viertel El Arrabal und die Altstadt, mit ungezwungenerer Atmosphäre; den Paseo de Pereda, mit Blick auf die Bucht als Begleitung; und Puertochico, die Zone der traditionsreichen Wirtshäuser. Der offizielle Tourismusführer von Santander nennt genau diese Zonen als kulinarische Referenzpunkte der Stadt, und die hier vorgeschlagene Route führt zu Fuß durch alle, ganz ohne Auto.

Plaza de Cañadío: die Tapas-Theke mit über einem Jahrhundert Geschichte

Die Plaza de Cañadío ist der Ort, an dem jeder aus Santander einen Tapas-Abend beginnen würde. Hier ist La Conveniente seit mehr als einem Jahrhundert geöffnet — 1901 begann sie als offene Weinbodega und ist bis heute nur abends geöffnet, ohne Reservierung, mit einer Theke voller Frittiertem, Kroketten und einer Käseplatte, die ihr Format seit vierzig Jahren kaum verändert hat. Unter der Woche ist es ein anspruchsvoller Stopp, daher lohnt es sich, früh zu kommen oder sich damit abzufinden, mit einem Glas in der Hand zu warten.

Fachada exterior de La Conveniente en la Plaza de Cañadío, Santander, luz de noche

El Arrabal: Tapas mit Nachbarschaftsflair

Fünf Gehminuten weiter wechselt das Viertel El Arrabal den Ton: weniger Touristen, mehr Einheimische, die ihren Tag mit einem schnellen Pincho beenden. La Esquina del Arrabal ist einer der Orte, die in dieser Zone in den letzten Jahren am stärksten gewachsen sind, mit einer Karte, die sich je nach Tagesangebot ändert, und einer Theke, die unter der Woche bis Mitternacht geöffnet ist. Es ist der Stopp, der in der Gruppe am besten funktioniert, weil die hohen Tische draußen erlauben, zu stehen, ohne sich beengt zu fühlen.

Barra de pinchos de La Esquina del Arrabal con clientes de pie, ambiente de barrio

Paseo de Pereda: Tapas mit Blick auf die Bucht

Auf dem Weg zum Meer bietet der Paseo de Pereda etwas, das keiner der anderen Stopps hat: direkten Blick auf die Bucht von Santander beim Essen. Casa Lita, direkt an der Promenade, gehört zu den vielseitigsten Bars der Stadt, mit fast dreihundert verschiedenen Pinchos, kalt und warm, die den ganzen Nachmittag und Abend über die Theke rotieren. Hier lohnt es sich, sich Zeit zu lassen: Man wählt nach der Vitrine, nicht nach der Karte.

Vitrina de pinchos variados de Casa Lita en el Paseo de Pereda, primer plano

Puertochico: das traditionsreiche Wirtshaus

Letzter Stopp, nahe dem Yachthafen: Puertochico und sein Mesón Rampalay, ein Klassiker, spezialisiert auf Pinchos und kantabrische Hausmannskost, mit einer Terrasse, die sich füllt, sobald die Sonne herauskommt. Es ist der typische Abschluss der Route, mit etwas größeren Portionen als zuvor, gedacht für alle, die den Abend sitzend beenden möchten und nicht nur stehend an der Theke.

Terraza soleada del Mesón Rampalay en Puertochico, Santander, con mesas al aire libre

Was man wissen sollte

Preis: Ein Pincho kostet meist zwischen 2 und 4 Euro, ein Bier oder ein Glas Wein zwischen 1,50 und 2,50 Euro, sodass eine komplette Runde pro Person etwa 8-10 Euro kostet. Öffnungszeiten: Plaza de Cañadío und Puertochico funktionieren sowohl mittags als auch abends gut, aber La Conveniente öffnet nur zum Abendessen. Fortbewegung: Die vier Zonen sind zu Fuß in weniger als 20 Minuten verbunden, kein Auto oder Parkplatz nötig. Tage: Unter der Woche ist mehr Platz an der Theke; am Wochenende sollte man vor 21:00 Uhr kommen, wenn man nicht warten möchte. Mit Kindern: Puertochico und der Paseo de Pereda haben die meisten Terrassen und Platz für Familien.

„Hier wird nicht zu Abend gegessen, hier wird genascht" — so fasst jeder Kellner in Cañadío den Unterschied zwischen einem normalen Abendessen und einem Tapas-Abend in Santander zusammen.

Eine Tapas-Tour durch Santander ist einer jener Pläne, die als Paar, in der Gruppe oder mit der ganzen Familie gleich gut funktionieren und keine Vorabreservierung erfordern. Wer für den nächsten Tag etwas Zwangloseres sucht, findet in unserem Guide wo man in Kantabrien isst weitere Zonen und Restaurants nach Region geordnet. Von Bareyo aus liegt Santander nur gut eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, genau richtig für einen Nachmittags- und Abendausflug, ohne an die Rückfahrt denken zu müssen. Bareyo Residences eröffnet seine ersten Buchungen im September 2027, mit zwei Villen, gedacht für alle, die Santander und die ganze Küste griffbereit haben möchten.